Textgebundene Erörterung – Merkmale und Aufbau

Eine textgebundene Erörterung setzt sich kritisch mit einem Text auseinander, indem die Argumente analysiert und die eigene Meinung dargelegt wird. Die Struktur umfasst Einleitung, Hauptteil und Schluss, wobei Präsens und Zitate verwendet werden.

Inhaltsverzeichnis zum Thema Textgebundene Erörterung

Das Quiz zum Thema: Textgebundene Erörterung

Welches sind die Merkmale einer textgebundenen Erörterung?

Frage 1 von 5

Was ist ein besonderes Merkmal einer textgebundenen Erörterung?

Frage 2 von 5

Wie ist die Zeitform einer textgebundenen Erörterung?

Frage 3 von 5

Wie wird der Aufbau einer textgebundenen Erörterung gegliedert?

Frage 4 von 5

Welche Formulierungshilfen können in einer textgebundenen Erörterung genutzt werden?

Frage 5 von 5

Textgebundene Erörterung im Überblick

  • Bei einer Erörterung setzt man sich schriftlich mit einem Text oder einem Thema auseinander. Das Ziel ist, mithilfe von Argumenten die Lesenden von der eigenen Meinung zu überzeugen.
  • Dabei unterscheidet man textgebundene und freie Erörterungen. Bei der freien Erörterung werden Argumente zu einer Fragestellung bzw. These erörtert, bei einer textgebundenen Erörterung bezieht man sich auf einen Text.
  • Der Aufbau der textgebundenen Erörterung besteht aus Einleitung, Hauptteil und Schluss.
  • Vor dem Schreiben der textgebundenen Erörterung stehen das intensive Lesen und die Analyse des Textes.

Textgebundene Erörterung: Lernvideo

Quelle sofatutor.com

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Merkmale einer textgebundenen Erörterung

Anders als bei der freien Erörterung, bei der eine Fragestellung oder These linear oder dialektisch aufbereitet wird, stehen bei der textgebundenen bzw. textbezogenen Erörterung nicht Themen, sondern Texte im Mittelpunkt. Dies können literarische Texte, Sachtexte, Zeitungsartikel etc. sein.

Zuordnung der textgebundenen Erörterung

Der Unterschied zwischen einer materialgestützten und einer textgebundenen Erörterung wird über die Textgrundlage definiert. Das Textmuster für eine textgebundene Erörterung ist stets ein einzelner Text, während bei der materialgestützten Erörterung mehrere Textausschnitte vorliegen. 

Das besondere Merkmal der textgebundenen Erörterung ist die Zweiteilung des Vorgehens: 

  • In einem ersten Schritt wird der zugrunde liegende Text analysiert und die Argumente der Autorin oder des Autors werden untersucht. 
  • In einem zweiten Schritt wird bei der textgebundenen Erörterung die eigene Meinung eingebracht und auf den Text sowie die Argumente der Verfasserin bzw. des Verfassers bezogen. 

Daraus ergibt sich das Vorgehen und der Aufbau der textgebundenen Erörterung: Denn je nachdem, ob die eigene Meinung den Aussagen im Text entspricht oder konträr dazu steht, variiert der Textaufbau. 

Weitere zentrale Merkmale einer textgebundenen Erörterung sind: 

  • Zeitform: Erörterungen werden im Präsens formuliert.
  • Zitate: Die Wiedergabe einzelner Textstellen als direktes Zitat oder mithilfe der indirekten Rede ist sinnvoll, um Argumente zu belegen oder zu entkräften. Die Einbindung der indirekten Rede erfolgt mit dem Konjunktiv.
  • Struktur der Argumentation: Ein Argument besteht in der Regel aus einer Behauptung, einer Begründung bzw. einem Beleg und einem Beispiel.

Aufbau einer textgebundenen Erörterung

Die Gliederung der textbezogenen Erörterung entspricht dem üblichen Aufbau von Einleitung, Hauptteil und Schluss

Vor dem eigentlichen Schreiben wird die textgebundene Erörterung vorbereitet. 

  • Hierzu werden der vorgegebene Text und die Aufgabenstellung gründlich gelesen
  • Bei einem zweiten Lesen des Textes werden Argumente aus dem Text markiert, in Stichworten notiert und eigene Gedanken dazu formuliert.
  • Auch Auffälligkeiten oder Besonderheiten des Textes werden festgehalten, beispielsweise die Aufbereitung der Argumente, die Wortwahl oder die Verwendung besonderer Stilmittel.
  • Im Anschluss geht es um die eigene Argumentation. Wie steht man dem beschriebenen Sachverhalt gegenüber? Wird die Sichtweise der oder des Schreibenden vertreten oder unterscheidet sich der eigene Blick? Hier werden Argumente dafür und dagegen gesammelt.

Textgebundene Erörterung – Einleitung mit Beispiel

Die Anfangssätze einer textgebundenen Erörterung geben das Thema des Textes, den Namen der Autorin oder des Autors, den Titel, das Erscheinungsdatum und eine kurze inhaltliche Zusammenfassung des Textes wieder. 

In dem Text von Andrez Zukowo, den er im Januar 2022 veröffentlichte, stellt Zukowo die Gefahren und Auswirkungen des Anstiegs von Plastikmüll in den Ozeanen und Meeren dar. Der Blogartikel mit dem Titel „Geht das Meer bald unter? weist auf sehr eindrückliche Weise auf die zahlreichen Meeresverschmutzungen und deren Folgen hin.

Textgebundene Erörterung – Hauptteil schreiben

Der Aufbau des Hauptteils der Erörterung ist abhängig von den eigenen Argumenten. Stimmst du dem Inhalt des Textes zu oder weicht deine Meinung ab? Je nachdem ändern sich die Struktur des Aufbaus und die Formulierungen. 

  • Kontra-Argumente: Werden die Aussagen der Autorin bzw. des Autors nicht geteilt, stellt man die einzelnen Thesen vor und entkräftet diese mit schlüssigen Gegenargumenten. 
  • Pro-Argumente: Ist man gleicher Meinung wie die Verfasserin oder der Verfasser, versucht man, weitere Argumente hinzuzufügen, bestehende Argumente zu vertiefen und Gegenargumente zu entkräften. 
  • Pro- und Kontra-Argumente: In vielen Fällen stimmt man einigen Argumenten zu und anderen steht man kritisch gegenüber. Hier ist es wichtig, eine schlüssige Erörterung aufzubauen und jedes Argument entsprechend aufzugreifen. 

In der Tabelle werden Formulierungshilfen zur textgebundenen Erörterung vorgestellt abhängig von der jeweiligen Argumentationsstruktur.

Kontra-Argumente – Dagegen spricht …
– Dabei wurde allerdings nicht bedacht, dass …
– Außerdem gibt es keine …
– Diese Aussage zeigt, dass …
– Im Gegensatz dazu steht …
Pro-Argumente – Wie die Autorin beschreibt, …
– Dafür spricht …
– Das Argument des Autors zeigt, dass …
– Hinzu kommt die …
– Besonders wichtig ist ebenfalls …
Pro- und Kontra-Argumente – Zunächst einmal …
– Nicht weniger wichtig ist …
– Darüber hinaus …
– Auf der einen Seite …, auf der anderen Seite …
– Trotz all der Belege …

Textgebundene Erörterung – Schluss

Am Ende fasst man die Ergebnisse der Erörterung zusammen und legt noch einmal deutlich die eigene Meinung dar: 

  • Werden die Argumente der Autorin bzw. des Autors geteilt oder durch Gegenargumente entkräftet? 
  • Wie entwickelt sich der beschriebene Sachverhalt in der Zukunft weiter? 
  • Gibt es Lösungen, Fragen, einen Aufruf zur Handlung etc.?

Die fertige textgebundene Erörterung sollte am Ende noch einmal komplett überarbeitet werden und auf Rechtschreibung, Zeichensetzung sowie inhaltliche Kontinuität überprüft werden.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Textgebundene Erörterung

Bei einer textgebundenen Erörterung setzt man sich kritisch mit einem Text auseinander. Die Argumente des Verfassenden werden dargestellt und mit der eigenen Meinung in Beziehung gesetzt. Ziel der Erörterung ist es, den Lesenden von der eigenen Meinung zu überzeugen.

Vor dem Schreiben der Erörterung wird der Text gelesen, analysiert und die eigenen Argumente werden gesammelt. Nach Abschluss der Vorbereitungen wird die textgebundene Erörterung mit Einleitung, Hauptteil und einem Schlussteil formuliert.

In einem ersten Schritt wird der zugrunde liegende Text analysiert. Je nachdem ob die eigenen Argumente dem Text entsprechen oder konträr dazu stehen, wird die Argumentationsstruktur der Erörterung aufgebaut. Die grundsätzliche Gliederung erfolgt nach Einleitung, Hauptteil und Schluss.

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