Indirekte Rede in der deutschen Grammatik – Regeln und Beispiele

Lerne, wie du die Aussagen anderer sinngemäß wiedergeben kannst und den Konjunktiv richtig anwendest. Indirekte Rede ist essentiell für Schreiben und Berichte. Interessiert? Dies und mehr im folgenden Text!

Inhaltsverzeichnis zum Thema Indirekte Rede

Indirekte Rede im Überblick

  • Um die wörtliche Rede (direkte Rede) einer anderen Person wiederzugeben, kann man die Sätze in die indirekte Rede umwandeln.
  • Bei der Verwendung der indirekten Rede wird die Aussage der anderen Person sinngemäß mit eigenen Worten zusammengefasst. In der Regel wird die indirekte Rede mit dem Konjunktiv gebildet.
  • Das Beispiel zeigt den Unterschied zwischen der indirekten und der direkten Rede: Der Junge sagt: „Ich weiß etwas darüber.“ → Der Junge sagt, er wisse etwas darüber.

  • Die Formen der indirekten Rede werden beispielsweise bei Reportagen und in wissenschaftlichen Texten verwendet. Im mündlichen Sprachgebrauch werden häufig Ersatzformen (z. B. Sätze mit dass) eingesetzt.

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Quelle sofatutor.com

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Definition der indirekten Rede

Mithilfe der indirekten Rede kann die wörtliche Rede einer Person durch eine andere Person sinngemäß übermittelt werden

In der Regel wird dafür der Konjunktiv I eingesetzt, denn mit der Konjunktivform (Möglichkeitsform) kann die erzählende Person deutlich anzeigen, dass es sich nicht um eine eigene Aussage handelt, sondern um die Meinung einer anderen Person.

Bildung der indirekten Rede

Um die indirekte Rede korrekt aus der direkten Rede zu bilden, müssen einige Regeln beachtet werden.

Direkte Rede in die indirekte Rede umwandeln
  • In einem ersten Schritt werden die Informationen der wörtlichen Rede ausgewählt, die in die indirekte Rede übertragen werden sollen. 
  • Die indirekte Rede wird mit einer Einleitung begonnen, die eine Erklärung enthält, wer die direkte Rede, also die eigentliche Aussage, getätigt hat. Die indirekte Rede kann zum Beispiel so eingeleitet werden: Sie denkt, … / Er behauptet, … / Sie vermuten …
  • Auf die Einstiegsformulierung (meist als kurzer Hauptsatz) folgt die Wiederholung des Gesagten mit eigenen Worten in einem Nebensatz im Konjunktiv.
  • Bei der Umwandlung in die indirekte Rede müssen oft auch Pronomen und Orts- und Zeitangaben angepasst werden. Jules erzählt: Ich habe hier in diesem Laden die Uhr gekauft.Jules erzählt, er habe die Uhr dort in einem Laden gekauft.

Konjunktiv I und Ersatzformen für die indirekte Rede

Um anzuzeigen, dass die Worte einer anderen Person wiedergegeben werden, wird die Konjunktivform des Verbs eingesetzt. Hierbei muss einiges beachtet werden. 

Konjunktiv I

Der Konjunktiv I wird im Präsens mit der Stammform des Infinitivs und einer entsprechenden Konjunktivendung gebildet. 

Konjunktiv I von haben (für die indirekte Rede)

Person/Numerus Konjunktivendung
1. Person Singular: ich habe
2. Person Singular: du habest
3. Person Singular: er/sie/es habe
1. Person Plural: wir haben
2. Person Plural: ihr habet
3. Person Plural: sie haben

Ist der Konjunktiv I gleich wie die Indikativform des Verbs, kann der Konjunktiv II eingesetzt werden. 

Konjunktiv II

Der Konjunktiv II wird mit der Stammform des Präteritums und einer entsprechenden Konjunktivendung gebildet. 

Konjunktiv II von gehen (für die indirekte Rede)

Person/Numerus Konjunktivendung
1. Person Singular: ich ginge
2. Person Singular: du gingest
3. Person Singular: er/sie/es ginge
1. Person Plural: wir gingen
2. Person Plural: ihr ginget
3. Person Plural: sie gingen

Ersatzformen

Gleichen beide Konjunktivformen dem Indikativ oder wird die indirekte Rede in der Umgangssprache bzw. dem mündlichen Sprachgebrauch eingesetzt, gibt es Ersatzformen: 

  • Die zwei Mädchen behaupten: Wir können sehr gut reiten.
  • Im Konjunktiv I: Die zwei Mädchen behaupten, sie können sehr gut reiten. → Hier gleicht die Form dem Indikativ.
  • Im Konjunktiv II: Die zwei Mädchen behaupten, sie könnten sehr gut reiten. 
  • Indirekte Rede mit dass-Satz: Die zwei Mädchen behaupten, dass sie sehr gut reiten können/könnten.
  • Indirekte Rede mit würden-Ersatzform: Die zwei Mädchen behaupten, sie würden sehr gut reiten können.

Indirekte Rede – Zeitformen und Satzarten

Wie die indirekte Rede und auch die direkte Rede zu bilden ist, sollte geübt werden, da auf die Zeitformen und die verschiedenen Satzarten und die Zeichensetzung geachtet werden muss. 

Zeitformen

In dem einleitenden Satz ist die Zeitform frei wählbar, meist nutzt man das Präsens oder das Präteritum. Die Zeitform der indirekten Rede im Nebensatz hängt davon ab, ob die darin ausgedrückte Handlung vorzeitig, gleichzeitig oder nachzeitig ist.

Bei Vorzeitigkeit wird der Konjunktiv I im Perfekt eingesetzt, bei Gleichzeitigkeit wird der Konjunktiv in der indirekten Rede im Präsens und bei Nachzeitigkeit im Futur gebildet.

Der Konjunktiv und somit auch die indirekte Rede steht nicht im Präteritum.

Zeitenfolge in der indirekten Rede mit Beispielsätzen

Satzarten

Fragesätze werden in der indirekten Rede entweder mit einem Fragewort (Ergänzungsfragen) oder mit ob (Entscheidungsfragen) eingeleitet. Das Fragezeichen aus der direkten Rede wird in der indirekten Rede (siehe Beispielsatz) nicht übernommen. 

  • Ergänzungsfrage: Er fragt: Wie geht es dir? Er fragt, wie es mir gehe. 
  • Entscheidungsfrage: Sie fragt: Bist du glücklich?Sie fragt, ob ich glücklich sei. 

Aufforderungen und Bitten können in der indirekten Rede mit dem Modalverb sollen gebildet werden. 

  • Sie sagt: Bitte besuche Saraia im Krankenhaus.Sie sagt, ich solle Saraia im Krankenhaus besuchen.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Indirekte Rede

Mithilfe der indirekten Rede kann eine wörtlich getätigte Aussage einer anderen Person (direkte Rede) wiedergegeben werden.

Bei einer direkten Rede spricht eine Person direkt etwas aus. Schriftlich wird dies mit einem Redebegleitsatz markiert und das Gesagte in Anführungszeichen gesetzt. Mithilfe der indirekten Rede kann das Gesagte von einer anderen Person sinngemäß wiedergegeben werden.

Bei der indirekten Rede sind einige Regeln zu beachten: Du beginnst mit einem Einleitungssatz, auf den die indirekte Rede in einem Nebensatz in der Regel im Konjunktiv I folgt.

Bei der indirekten Rede wird ein direkter Redebeitrag sinngemäß wiedergegeben. Theo sagt: Ich gehe heute früher nach Hause. Theo sagt, er gehe heute früher nach Hause.

Die Zeitform des Einleitungssatzes kannst du frei wählen. Die indirekte Rede selbst hängt von der Zeitenfolge des Gesagten ab: Es kann vorzeitig, gleichzeitig oder nachzeitig erfolgt sein.

Der Unterschied ist, dass bei der direkten Rede die Aussage der Person wörtlich in Anführungszeichen notiert wird. Bei der indirekten Rede wird das Gesagte durch eine andere Person in der Regel mit dem Konjunktiv I wiedergegeben.

Die indirekte Rede beginnt mit einem Einleitungssatz, der aufzeigt, wer das Gesagte ursprünglich sagte. Darauf folgt die Wiedergabe der wörtlichen Rede sinngemäß mit einer Konjunktivform.

Die indirekte Rede wird mit dem Konjunktiv I gebildet. Ist die Konjunktivform gleich wie die Indikativform, wird der Konjunktiv II eingesetzt.

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