Konjunktiv im Deutschen – Konjunktivformen I und II einfach erklärt

Der Konjunktiv ist die Möglichkeitsform des Verbs im Deutschen, mit den Formen Konjunktiv I und II. Entdecke, wie sie in der indirekten Rede und für unwahrscheinliche Aussagen verwendet werden. Lerne die Unterschiede und die Bildung kennen. Interessiert? Dies und vieles mehr findest du im Text!

Inhaltsverzeichnis zum Thema Konjunktiv

Das Quiz zum Thema: Konjunktiv

Was ist der Konjunktiv im Deutschen?

Frage 1 von 5

Wofür wird der Konjunktiv I hauptsächlich verwendet?

Frage 2 von 5

Wie wird der Konjunktiv I gebildet?

Frage 3 von 5

Wann wird der Konjunktiv II eingesetzt?

Frage 4 von 5

Was ist der Unterschied zwischen Konjunktiv I und Konjunktiv II?

Frage 5 von 5

Konjunktiv im Überblick

  • In der Grammatik wird der Konjunktiv im Deutschen als Möglichkeitsform des Verbs beschrieben. Es gibt zwei Konjunktivformen: den Konjunktiv I und II mit Unterschieden in der Erklärung, Verwendung und Bildung.

  • Der Konjunktiv I der Verben wird vor allem für die indirekte Rede eingesetzt. Der Konjunktiv II findet in der Regel Verwendung für Aussagen, die als unwahrscheinlich oder nicht möglich gelten.

  • Die Konjunktivwörter können in allen sechs Zeitformen (z. B. Konjunktiv I im Präsens oder Futur) vorkommen.

  • Vor allem im mündlichen Sprachgebrauch wird der Konjunktiv II (nicht der Konjunktiv I) durch eine Form von würden und einem Infinitiv ersetzt.

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Quelle sofatutor.com

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Zusammenfassung Konjunktiv I und II

Verben sind veränderlich und passen sich im Satz an fünf Merkmale an: Person, Numerus, Tempus, Genus Verbi und Modus.

Der Modus zeigt die Aussageweise auf: Es gibt die Wirklichkeitsform (Indikativ), den Konjunktiv (Möglichkeitsform) und den Imperativ (Befehlsform). Der Konjunktiv kommt in zwei unterschiedlichen Formen vor.

Konjunktiv I

Der Konjunktiv I wird in der Regel bei der indirekten Rede eingesetzt.

Pascal: „Wer kauft die Getränke?“
Anna: „Hallo Leo! Pascal fragt, wer die Getränke kaufe.“

Auch bei Wünschen und bei Anleitungen wird manchmal der Konjunktiv I verwendet:

  • Wünsche: Mögest du gesund bleiben.
  • Anleitungen: Man nehme drei Eier. 

Gebildet wird der Konjunktiv I mit dem Verbstamm des Infinitivs und der entsprechenden Konjunktivendung. In der Tabelle siehst du die Formen und die Endungen im Konjunktiv I von den Verben sein, können und liegen aufgelistet.

sein können liegen
1. Pers./Sing. ich sei ich könne ich liege
2. Pers./Sing. du sei(e)st du könnest du liegest
3. Pers./Sing. er sei sie könne es liege
1. Pers./Plur. wir seien wir können wir liegen
2. Pers./Plur. ihr seiet ihr könnet ihr lieget
3. Pers./Plur. sie seien sie können sie liegen

Auch Verben wie gehen, kommen oder haben werden im Konjunktiv I mit den gleichen Endungen gebildet. Häufig wird der Konjunktiv I in der 3. Person Singular oder Plural eingesetzt, da bei der indirekten Rede die Aussage einer anderen Person mit eigenen Worten wiedergegeben wird. Vergleiche die Formen der Verben in der 3. Person im Konjunktiv I in der aufgeführten Liste.

Ist die Form des Konjunktivs I gleich wie der Indikativ, wird die Form des Konjunktivs II eingesetzt.

  • Beispiel: Sara und Zelda sagen: Ich habe eine Idee.
  • Im Konjunktiv I ist die Form gleich wie im Indikativ: Sara und Zelda sagen, sie haben eine Idee.
  • Um deutlich zu zeigen, dass dies eine indirekte Rede ist, wird dann der Konjunktiv II eingesetzt: Sara und Zelda sagen, sie hätten eine Idee.

Konjunktiv II

Der Konjunktiv II wird verwendet, wenn ein Vorhaben als nicht möglich, nicht wirklich oder nicht wahrscheinlich eingeschätzt wird. Dies können irreale Wünsche sein, Empfehlungen oder auch eine sehr höfliche Bitte.

Ich wünschte, ich hätte schon Ferien.
Wenn ich schon Ferien hätteläge ich den ganzen Tag am See.

Gebildet wird der Konjunktiv II aus dem Verbstamm der Indikativform im Präteritum und der entsprechenden Konjunktivendung. In der Tabelle siehst du die Endungen im Konjunktiv II von den Verben werden, gehen und sein.

werden gehen sein
1. Pers./Sing. ich würde ich ginge ich wäre
2. Pers./Sing. du würdest du gingest du wärst
3. Pers./Sing. er würde sie ginge es wäre
1. Pers./Plur. wir würden wir gingen wir wären
2. Pers./Plur. ihr würdet ihr ginget ihr wäret
3. Pers./Plur. sie würden sie gingen sie wären

Bei unregelmäßigen Verben werden die Vokale a, o, u im Verbstamm bei allen Personalformen zu ä, ö, ü umgewandelt. Aus dem Präteritumverbstamm des Indikativs hatt- wird so beispielsweise hätte

Ist die Form des Konjunktivs II gleich wie der Indikativ, wird beim Konjunktiv II das Verb würden in der passenden Personalform gefolgt vom Infinitiv eingesetzt: 

  • Im Konjunktiv II ist die Form gleich wie im Indikativ Präteritum: Ich wünschte, wir gingen nach Italien.
  • Die zu ersetzende Form mit würden lautet: Ich wünschte, wir würden nach Italien gehen.

Verwendung Konjunktiv I und II

Anhand dieser Beispiele und Tabellen zum Konjunktiv I und II wird deutlich, wann die verschiedenen Formen verwendet werden:

  • Konjunktiv I: für die indirekte Rede 
  • Konjunktiv II: für Irreales und Unwahrscheinliches und als Ersatz bei gleichen Formen für den Konjunktiv I
  • Ersatzform mit würden: als Ersatzform für den Konjunktiv II und häufig im mündlichen Sprachgebrauch

Häufig gestellte Fragen zum Konjunktiv

Der Konjunktiv ist eine Aussageweise und wird auch als Möglichkeitsform bezeichnet.

In der Regel wird der Konjunktiv I bei der indirekten Rede eingesetzt. Den Konjunktiv II verwendet man für irreale oder unwahrscheinliche Aussagen und Wünsche.

Grundsätzlich wird der Konjunktiv I bei der indirekten Rede eingesetzt. Er kann auch für förmliche Wünsche und bei Kochanleitungen verwendet werden.

Für den Konjunktiv I wird die Verbstammform des Präsens Indikativ eingesetzt und eine entsprechende Konjunktivendung angehängt.

Den Konjunktiv I bildet man mit der Verbstammform des Präsens Indikativ und einer entsprechenden Endung. Für den Konjunktiv II nutzt man die Verbstammform des Präteritums Indikativ mit entsprechender Endung.

Der Konjunktiv I wird vor allem für die indirekte Rede eingesetzt.

Der Konjunktiv II wird für irreale oder unwahrscheinliche Aussagen und Wünsche eingesetzt oder als Ersatzform für den Konjunktiv I.

Grundsätzlich wird der Konjunktiv I für die indirekte Rede verwendet. Der Konjunktiv II wird für die indirekte Rede nur eingesetzt, wenn die Verbform des Konjunktivs I der Indikativform gleicht.

Den Konjunktiv II bildet man, um ein Vorhaben oder Wünsche, die unwahrscheinlich oder nicht möglich sind, darzustellen.

Den Konjunktiv I bildet man mit einer Verbstammform des Indikativs im Präsens, den Konjunktiv II mit einer Verbstammform des Indikativs im Präteritum.

Der Indikativ ist die Wirklichkeitsform, der Konjunktiv stellt Aussagen in der Möglichkeitsform dar.

Der Konjunktiv I des Vollverbs sein wird relativ häufig verwendet: ich sei, du sei(e)st, er sei, wir seien, ihr seiet, sie seien.

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