Sexuelle Selektion: Definition, Formen und Beispiele

in der Evolution: Erfahre, wie Tiere Partner anhand von Merkmalen auswählen, die ihnen Fortpflanzungsvorteile verschaffen. Entdecke die Unterschiede zwischen intersexueller und intrasexueller Selektion sowie die Entstehung von Sexualdimorphismen. Neugierig? Erfahre alles Wichtige zu sexueller Selektion im folgenden Text!

Inhaltsverzeichnis zum Thema sexuelle Selektion

Sexuelle Selektion im Überblick

  • Selektion bedeutet Auslese oder Auswahl und ist ein Begriff aus der Evolutionstheorie. In der Biologie werden verschiedene Selektionsformen unterschieden: die natürliche Selektion, die künstliche Selektion und die sexuelle Selektion.
  • Sexuelle Selektion ist die Auslese von Individuen durch Paarungspartner. Als Sexualpartner werden diejenigen ausgewählt, die potenziell günstige Merkmale vererben. Es gibt die Form der intersexuellen Selektion und die der intrasexuelle Selektion.
  • Bei der intersexuellen Selektion versuchen Individuen des einen Geschlechts, die Individuen des anderen Geschlechts zu beeindrucken, damit sie als Paarungspartner ausgewählt werden.
  • Bei der intrasexuellen Selektion konkurrieren Individuen derselben Art und desselben Geschlechts untereinander. Durch die Abwehr von Konkurrenz werden die eigenen Paarungschancen erhöht.

  • Als Folge des sexuellen Selektionsdrucks haben sich bei vielen Tierarten Sexualdimorphismen entwickelt. Das bedeutet, dass die geschlechtsreifen männlichen und weiblichen Tiere unterschiedliche körperliche Merkmale und Verhaltensweisen aufzeigen.
Sexuelle Selektion: Lernvideo

Quelle sofatutor.com

Evolutionsfaktor Selektion

Der Begriff Selektion bedeutet Auswahl oder Auslese. In der Evolutionstheorie wird zwischen drei Formen der Selektion unterschieden:

  • Natürliche Selektion
  • Künstliche Selektion
  • Sexuelle Selektion

Natürliche Selektion bedeutet einfach erklärt, dass Individuen einer Art unterschiedlich hohe Überlebens- und Fortpflanzungschancen haben, je nachdem wie gut sie an die entsprechenden Umweltbedingungen angepasst sind. Der Genbestand der am besten angepassten und überlebensfähigen Individuen wird somit weitergegeben. 

Künstliche Selektion ist eine durch Menschen vorgenommene Zuchtauswahl. Es wird der Genbestand der Individuen weitergegeben, die von den Züchtern gewünschte Merkmale aufweisen. 

In diesem Lerntext geht es um die dritte Form der Auslese – die sexuelle Selektion.

Sexuelle Selektion – Definition

Sexuelle Selektion ist in der Biologie die Auswahl der Sexualpartner anhand von körperlichen Merkmalen und Verhaltensweisen. Sexuelle Selektion findet innerhalb einer Art statt. Durch die sexuelle Selektion haben die Individuen einer Art unterschiedlich hohe Fortpflanzungschancen. 

Es wird zwischen der intersexuellen und der intrasexuellen Selektion unterschieden.

Intersexuelle Selektion

Bei der intersexuellen Selektion wählt sich ein Partner, meistens das Weibchen, einen Paarungspartner des anderen Geschlechts aus. Die Männchen versuchen, das Weibchen zu beeindrucken, um bei der Partnerwahl ausgewählt zu werden und ihre Gene weitergeben zu können. Das tun sie beispielsweise durch ein auffälliges Federkleid, wie Pfau und Paradiesvögel. Andere Vögel führen Balztänze vor oder singen, um dem Weibchen zu imponieren. Je imposanter das Männchen aussieht und sich verhält, umso höher sind die Chancen, vom Weibchen ausgewählt zu werden. Männchen mit besonders ausgeprägten Merkmalen haben somit einen Selektionsvorteil gegenüber Männchen, bei denen die imponierenden Merkmale nicht so ausgeprägt sind. 

Weibchen wiederum sind meistens schlicht und unauffällig gefärbt. Das liegt daran, dass sie oftmals die Brutpflege übernehmen und es somit vorteilhaft ist, wenn sie gut getarnt und vor Feinden versteckt sind.

Intrasexuelle Selektion

Bei der intrasexuellen Selektion konkurrieren die Individuen eines Geschlechts, meistens die Männchen, untereinander, um andere paarungsbereite Männchen derselben Art abzuwehren. Männliche Tiere mancher Arten haben Geweihe oder Hörner für Rivalitätskämpfe ausgebildet, beispielsweise Hirsche und Steinböcke. Die Mähne des männlichen Löwen schützt ihn vor Verletzungen, das Röhren von Hirschen dient dazu, Weibchen anzulocken und Konkurrenten aus dem Revier zu vertreiben.

Sexualdimorphismus

Du hast nun gelernt, dass sich geschlechtsreife männliche und weibliche Individuen einer Art aufgrund der sexuellen Selektion im körperlichen Erscheinungsbild oder im Verhalten unterscheiden. Dieses Phänomen wird als Sexualdimorphismus oder Geschlechtsdimorphismus bezeichnet. 

In der Abbildung sind einige Beispiele dargestellt. Männliche Löwen beispielsweise sind deutlich größer und schwerer als Weibchen und haben zudem eine Mähne, die sie vor Verletzungen beim Kampf mit Konkurrenten schützt. Im Gegensatz dazu sind weibliche Spinnen größer als die männlichen, da sie somit mehr Eier legen können. Männliche Hirsche tragen ein Geweih, um sich gegen Rivalen durchzusetzen, und sind größer als ihre weiblichen Artgenossen und der männliche Pfau trägt ein auffälliges buntes Federkleid, um die Weibchen zu beeindrucken, während die Weibchen ein unauffälliges tarnfarbenes Gefieder haben.

Sexuelle Selektion, Sexualdimorphismus

In der Tabelle sind weitere Beispiele für Sexualdimorphismen aufgrund von intersexueller oder intrasexueller Selektion aufgeführt.

Intersexuelle Selektion Intrasexuelle Selektion
Beispiele
  • Prachtvolles Gefieder der männlichen Stockenten (grüner Kopf, weißer Halsring)
  • Lautes Zirpen männlicher Laubheuschrecken
  • Ausdauerndes Quaken männlicher Laubfrösche
  • Balztänze männlicher Beifußhühner
  • Auffälliger Balzflug weiblicher Odinshühnchen
  • Ausgeprägte Eckzähne männlicher Primaten
  • Imposantes Gehörn männlicher Steinböcke zum Angreifen von Konkurrenten und zur Verteidigung
  • Einschüchterung durch Körpergröße oder Körpermasse
  • Lautäußerungen, wie das Röhren des Rothirsches

Häufig gestellte Fragen zum Thema sexuelle Selektion

Sexuelle Selektion ist einfach erklärt die Auswahl des Paarungspartners anhand von körperlichen Merkmalen oder Verhaltensweisen.

Bei vielen Tierarten, allerdings nicht bei allen, sind die Weibchen für die Partnerwahl verantwortlich. Sie suchen sich einen Paarungspartner, der potenziell gute Merkmale weitervererbt.

Natürliche Selektion ist laut Definition von Darwin in der Biologie die Auslese von Individuen einer Art durch die Umwelt. Die Lebewesen, die in ihrer Umwelt am besten angepasst sind, zum Beispiel durch Tarnung, Schnelligkeit oder Krankheitsresistenz, haben die höchsten Überlebenschancen und damit auch die höchsten Fortpflanzungschancen. Dadurch werden die Gene dieser Individuen bevorzugt weitergegeben.
Es gibt in der Biologie verschiedene Selektionstypen. Bei der stabilisierenden Selektion setzen sich langfristig die Individuen durch, bei denen das Merkmal weder extrem stark noch extrem schwach ausgeprägt ist (Mittelwert). Bei der disruptiven oder aufspaltenden Selektion bilden sich zwei extreme Phänotypen aus (Extremwerte) und bei der gerichteten Selektion verschieben sich die Phänotypen in eine Richtung.

Die Umwelt wirkt als Selektionsfaktor. Sowohl die unbelebte Umwelt, beispielsweise Temperatur, Licht und Wind, als auch die belebte Umwelt wie Konkurrenten, Fressfeinde und Beutetiere wirken auf die Population ein und haben demnach Einfluss auf die Selektion. Es überleben die Individuen, die am besten an die jeweiligen Umweltbedingungen angepasst sind.

Künstliche Selektion ist die Selektion durch den Menschen. Bei der Zucht von Tieren werden zum Beispiel gezielt die Tiere zur Fortpflanzung ausgewählt, die die vom Menschen gewünschten Merkmale aufweisen. 

Selektionsfaktoren sind Umweltfaktoren, die Einfluss auf das Überleben und den Fortpflanzungserfolg eines Individuums haben. Es gibt abiotische Selektionsfaktoren aus der unbelebten Umwelt. Dazu gehören beispielsweise Licht, Temperatur und Feuchtigkeit. Außerdem gibt es biotische Selektionsfaktoren aus der belebten Umwelt, wie Fressfeinde, Parasiten oder Konkurrenten. Dazu gehören auch sexuelle Selektionsfaktoren, die aufgrund von Konkurrenz um Paarungspartner innerhalb einer Art auftreten. 

Künstliche Selektionsfaktoren werden durch Menschen geschaffen, beispielsweise wenn Haustiere gezüchtet werden.

Die Einwirkung von Selektionsfaktoren auf Populationen wird als Selektionsdruck bezeichnet. 



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