Genetik Begriffe – Definitionen und Biologie

Lerne, wie die Genetik Merkmale und Funktionen vererbt. Mendels Regeln, Chromosomentheorie, Mitose und Meiose sind Schlüsselbegriffe. Wie beeinflussen DNA, RNA und Genregulation unsere Gene? Interessiert? Dies und vieles mehr findest du im folgenden Text!

Inhaltsverzeichnis zum Thema Genetik Begriffe

Das Quiz zum Thema: Genetik Begriffe

Welche Strukturen tragen die Erbanlagen?

Frage 1 von 5

Was ist der Unterschied zwischen homozygot und heterozygot?

Frage 2 von 5

Welcher Begriff beschreibt das Gesamtheit der genetischen Anlagen eines Organismus?

Frage 3 von 5

Was bezeichnet den gesamten Satz an Chromosomen in einer Zelle?

Frage 4 von 5

Was besagt die Chromosomentheorie der Vererbung?

Frage 5 von 5

Genetik – Begriffe im Überblick

  • Die Genetik erforscht und erklärt die Vererbung von Merkmalen, Strukturen und Funktionen. Das ist die Definition des Begriffs Genetik.
  • Als Begründer der Genetik gilt der Augustinermönch Gregor Mendel. Auf Grundlage der Ergebnisse seiner Kreuzungsversuche mit Erbsen stellte Mendel die drei mendelschen Regeln auf.
  • Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Chromosomentheorie der Vererbung formuliert. Diese besagt, dass die Erbanlagen (Gene) auf den Chromosomen liegen.
  • In der heutigen Zeit wurde die klassische Genetik um Erkenntnisse der Molekulargenetik erweitert.
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Grundbegriffe der Genetik

Um die Genetik verstehen zu können, müssen einige Fachbegriffe bekannt sein. Die wichtigsten Definitionen und biologische Fachbegriffe aus der Genetik werden im Folgenden erläutert.

Klassische Genetik – Begriffe

In der folgenden Tabelle werden wichtige Fachbegriffe aus dem Gebiet der klassischen Genetik erläutert:

Begriff Definition
Gen Erbanlage
Allel Gene, die auf entsprechenden Abschnitten homologer (gleichartiger) Chromosomen liegen
Genotyp Gesamtheit der genetischen Anlagen eines Organismus
Phänotyp Gesamtheit der Merkmale eines Individuums, inklusive innerer Strukturen und Funktionen
Genom alle Gene eines Organismus
Parentalgeneration Elterngeneration
Filialgeneration Tochtergeneration
homozygot reinerbig; zwei gleiche Allele eines Gens für ein bestimmtes Merkmal
heterozygot gemischterbig; zwei unterschiedliche Allele eines Gens für ein bestimmtes Merkmal
dominant Ein dominantes Allel setzt sich gegenüber einem anderen Allel des gleichen Gens durch.
rezessiv Ein rezessives Allel setzt sich gegenüber einem anderen Allel des gleichen Gens nicht durch und wirkt sich bei der Merkmalsausprägung nicht aus.
mendelsche Regeln
  1. mendelsche Regel (Uniformitätsregel): Kreuzt man zwei Individuen einer Art, die sich in einem Merkmal reinerbig unterscheiden, sind ihre Nachkommen der ersten Filialgeneration in Bezug auf dieses Merkmal untereinander gleich (Uniformitäts- oder Reziprozitätsregel).
  2. mendelsche Regel (Spaltungsregel): Kreuzt man die Individuen der ersten Tochtergeneration untereinander, ist die zweite Tochtergeneration nicht gleichförmig, sondern die Merkmale spalten sich im Zahlenverhältnis 3 : 1 beim dominant-rezessiven Erbgang und im Verhältnis 1 : 2 : 1 beim intermediären Erbgang auf.
  3. mendelsche Regel (Unabhängigkeitsregel oder Neukombinationsregel): Kreuzt man Individuen der gleichen Art, die sich in mehreren Merkmalen reinerbig unterscheiden, gelten für jedes Merkmal Uniformitätsregel und Spaltungsregel. In der zweiten Filialgeneration können neben der Merkmalskombinationen der Parentalgeneration neue Merkmalskombinationen auftreten.

Mendel hat zwar in seinen Regeln die Gesetzmäßigkeiten der Vererbung beschrieben, kannte allerdings nicht die Strukturen und Mechanismen der Vererbung. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Chromosomentheorie der Vererbung formuliert. Diese besagt, dass die Erbanlagen (Gene) auf den Chromosomen liegen. Ihre Weitergabe ist an den Verteilungsmechanismus der Chromosomen gebunden. Damit wurde die Genetik um folgende wichtige Begriffe erweitert:

Begriff Definition
Chromosom Struktur aus Protein und DNA, auf denen die Gene angeordnet sind. Sie bestehen aus zwei Chromatiden, die am Centromer verbunden sind.
Chromosomensatz Die Gesamtzahl der Chromosomen einer Zelle. Körperzellen weisen einen diploiden (doppelten) Chromosomensatz auf, Keimzellen einen haploiden (einfachen) Chromosomensatz.
homologe Chromosomen Chromosomen, die sich während der Meiose paarweise anordnen
Autosomen Alle Chromosomen außer den Geschlechtschromosomen
Gonosomen Geschlechtschromosomen
Gameten Geschlechtszellen, Keimzellen
Zellzyklus Kreislauf von einer Mitose zur nächsten Mitose. Die Phase zwischen zwei Mitosen wird als Interphase bezeichnet.
Mitose Die Mitose ist die Kernteilung im Prozess der Zellteilung (Cytokinese). Als Ergebnis einer Mitose entstehen aus einer Zelle zwei genetisch identische Tochterzellen.
Meiose Die Meiose ist eine Reifeteilung. Sie ist eine besondere Form der Kernteilung, die zur Bildung von Keimzellen führt.
Der Vorgang der Meiose gliedert sich in zwei Phasen (Meiose 1 und Meiose 2). Ziel der Meiose ist die Reduzierung des diploiden (doppelten) Chromosomensatzes zum haploiden (einfachen) Chromosomensatz.

Begriffe der Molekulargenetik

In den letzten Jahrzehnten wurde die Genetik um molekularbiologische Erkenntnisse erweitert. Wichtige Begriffe aus diesem Bereich sind:

Begriff Definition
DNA Desoxyribonukleinsäure
Makromolekül aus Phosphat, verschiedenen Basen (Adenin, Guanin, Cytosin und Thymin) und dem Zucker Desoxyribose. Im Deutschen ist auch die Abkürzung DNS gebräuchlich.
Die DNA kommt im Zellkern vor.
RNA Ribonukleinsäure
Ähnlicher Aufbau wie die DNA. Statt Desoxyribose enthält RNA den Zucker Ribose. Die Base Thymin wird durch Uracil ersetzt.
DNA-Replikation Verdopplung der DNA
Transkription Synthese von mRNA (messenger-RNA) an einem DNA-Strang
Translation Synthese von Proteinen an einem mRNA-Strang
Proteinbiosynthese Gesamtprozess aus Transkription und Translation
Codesonne Sie ordnet Basentripletts der DNA/mRNA einer Aminosäure zu.
Mutation Veränderung des Erbguts
Genregulation An- und Ausschalten bestimmter Gene

Häufig gestellte Fragen zum Thema Genetik Begriffe

Die klassische Genetik beschreibt die Gesetzmäßigkeiten der Vererbung. Daraus wurde die Chromosomentheorie der Vererbung entwickelt. Die Chromosomentheorie der Vererbung besagt, dass die Erbanlagen (Gene) auf den Chromosomen liegen. In der heutigen Zeit wurde die klassische Genetik um molekularbiologische Erkenntnisse erweitert.

DNA ist die internationale, englische Abkürzung für desoxyribonucleic acid. DNS ist die deutsche Abkürzung für Desoxyribonukleinsäure. Es gibt also keinen Unterschied.

Die RNA besteht aus dem Zucker Ribose statt Desoxyribose. Die Base Thymin wird in der RNA durch Uracil ersetzt.

Die Replikation der DNA findet im Zellkern statt.

Jeder DNA-Einzelstrang dient als Matrize zur Bildung eines neuen DNA-Strangs. Diese Verdopplung der DNA verläuft nach dem semikonservativen Mechanismus.

Die 2. mendelsche Regel wird auch als Spaltungsregel bezeichnet, da die Merkmale der Parentalgeneration in einem bestimmten Zahlenverhältnis aufspalten.

In einem Zellzyklus entstehen aus einer Mutterzelle zwei Tochterzellen, die sich wiederum teilen.

Ein DNA-Strang dient als Matrize zur Synthese eines RNA-Moleküls.

Auf der mRNA wird die Information für eine Aminosäure durch drei aufeinanderfolgende Basen codiert (Basentriplett, Codon). Die Codesonne wird von innen nach außen gelesen. So erhält man ein Basentriplett mit der zugehörigen Aminosäure.

Es gibt verschiedene Arten von Mutationen, etwa Genmutation, Punktmutation, Rastermutation, Inversion, Deletion.

Nicht in jeder Zelle des Körpers müssen alle Gene jederzeit aktiv sein. Je nach Bedarf können Gene an- und abgestellt werden. Diesen Vorgang nennt man Genregulation.

Ein Gen ist eine Erbanlage. Das Genom ist die Gesamtheit aller Erbanlagen eines Körpers.

Die mendelsche Regel trifft nicht zu, wenn die Merkmale gekoppelt vererbt werden. Das ist der Fall, wenn die entsprechenden Gene auf denselben Chromosomen liegen. Außerdem gelten die mendelschen Regeln nicht bei polygener Vererbung.

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