Dolchstoßlegende – Entstehung und Folgen einfach erklärt

Lerne, wie die Dolchstoßlegende entstand und welche erschütternden Auswirkungen sie hatte. Die Lüge, dass das deutsche Heer im Ersten Weltkrieg unbesiegt war, spaltete die Gesellschaft und ebnete den Weg für den Nationalsozialismus.

Inhaltsverzeichnis zum Thema Dolchstoßlegende

Das Quiz zum Thema: Dolchstoßlegende

Wofür wurde die Dolchstoßlegende hauptsächlich benutzt?

Frage 1 von 5

Was besagt die Dolchstoßlegende?

Frage 2 von 5

Wer bekräftigte die Dolchstoßlegende vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss?

Frage 3 von 5

Was war eine direkte Folge der Dolchstoßlegende in der deutschen Gesellschaft?

Frage 4 von 5

Wie wirkte sich die Dolchstoßlegende langfristig aus?

Frage 5 von 5

Die Dolchstoßlegende im Überblick

  • Die Dolchstoßlegende wurde als massives Propagandawerkzeug der Herrschenden gebraucht, um eine Lüge zu verbreiten.

  • Die Dolchstoßlegende besagt, dass das deutsche Heer auch noch im letzten Kriegsjahr des Ersten Weltkriegs 1918 kampfbereit, willensstark und siegessicher gewesen sei. Mit der Lüge wurde behauptet, dass das Heer keine militärische Niederlage erlitten hätte und somit der verlorene Erste Weltkrieg nicht die Schuld des Militärs gewesen sei.

  • Die Dolchstoßlegende hat sich in Wahrheit so nie ereignet. Die Herrschenden haben sie erfunden, um von eigenen Fehlern abzulenken.

  • Mit der ständigen Wiederholung der Lüge vom Dolchstoß wurde die Behauptung zur Legende.

  • Die Auswirkungen der Dolchstoßlegende waren enorm: Die deutsche Bevölkerung spaltete sich und es gab große Verwerfungen innerhalb der Gesellschaft.

  • Heute wird die Legende im Unterricht vor allem zum Verständnis von Propaganda, als Beispiel für einen zielgerichteten Versuch, die Menschen zu steuern, behandelt.

Dolchstoßlegende Video

Quelle sofatutor.com

Die Dolchstoßlegende – ein Propagandawerkzeug

Der Begriff Dolchstoßlegende bezeichnet eine offensichtliche Lüge über den Zustand und die Kampfbereitschaft des deutschen Heers zum Ende des Ersten Weltkriegs (1914 bis 1918). 

Die Dolchstoßlegende wird im Unterricht oftmals für eine Bildbeschreibung, eine Interpretation oder ein Referat genutzt, da sie leider ein gelungenes Beispiel für Propaganda ist. Unter dem Begriff Propaganda wird ein zielgerichteter Versuch verstanden, die öffentliche Meinung oder Sichtweise in eine bestimmte Richtung zu lenken und das Verhalten der Menschen zu steuern. Bei der Dolchstoßlegende wurde diese Steuerung vor allem durch Propaganda auf Wahlplakaten oder in Karikaturen versucht.

Dolchstoßlegende

Die Dolchstoßlegende – Definition

Zur Erklärung des Begriffs Dolchstoßlegende kann gesagt werden, dass mit der Lüge verbreitet wurde, dass das deutsche Heer auch noch im letzten Kriegsjahr des Ersten Weltkriegs 1918 kampfbereit, willensstark und siegessicher gewesen sei. Einfach erklärt besagt die Dolchstoßlegende, dass das Heer im Felde unbesiegt gewesen sei. Das soll bedeuten, dass das Heer keine militärische Niederlage erlitten hatte und somit der verlorene Erste Weltkrieg nicht die Schuld des Militärs gewesen sei. Diese Behauptung ist jedoch eine Lüge, die sich nach dem verlorenen Weltkrieg schnell verbreitete. Diese angebliche Unbesiegbarkeit der deutschen Truppen kam in der deutschen Gesellschaft schnell nach dem Ende des Kriegs auf. Die Deutschen konnten die Kriegsniederlage einfach nicht fassen. Es wurden also Schuldige für das Scheitern gesucht. Schnell wurde die Lüge verbreitet, dass die SPD und ihre Anhängerinnen und Anhänger dem deutschen Heer einen Dolch in den Rücken gestoßen hätten, da sie die Soldaten nicht mehr unterstützt hätten.

Die Dolchstoßlegende – die Wahrheit

Die Realität war jedoch eine andere als die Lüge. Die deutsche Niederlage war spätestens mit dem Kriegseintritt der USA in den Ersten Weltkrieg nicht mehr abzuwenden. Doch die deutsche Bevölkerung ahnte kaum etwas davon. Deutsche Politiker, Militärs und Medien stellten die Situation als viel weniger schlimm dar, als sie in Wirklichkeit war. Außerdem fanden auf deutschem Staatsgebiet keine Kampfhandlungen statt. Die Deutschen bekamen so kaum etwas vom Krieg mit und konnten sich so kein eigenes Bild der Situation machen. Sie waren von Informationen der Herrschenden abhängig. 

Die Dolchstoßlegende – Bedeutung und Auswirkungen

Schnell wurde die Lüge zur Legende und gewann immer mehr an Bedeutung. Als der Kriegsheld und spätere Reichspräsident Paul von Hindenburg die Dolchstoßlegende in einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss der Nationalversammlung bekräftigte, wurde die Lüge beinahe zur Wahrheit. Von Hindenburg war höchst geachtet unter den Menschen und so glaubten sie nur zu gerne seine Darstellung der Situation.

In diesem Untersuchungsausschuss sollten eigentlich die Ursachen der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg aufgearbeitet werden. Aber der Kriegsheld nutzte seine Befragung vor dem Ausschuss, um keine Verantwortung für das Waffenstillstandsabkommen übernehmen zu müssen. Das Waffenstillstandsabkommen wurde zwischen Deutschland und den siegreichen Kriegsteilnehmenden unterzeichnet und galt als Schande – die deutschen Unterzeichnenden wurden als Novemberverbrecher beschimpft. Das Waffenstillstandsabkommen und der Versailler Vertrag von 1919 galten als Verrat und die Dolchstoßlegende passte in das Bild. Von Hindenburg selbst hatte das Abkommen vor Kriegsende eigentlich noch befürwortet, doch wollte er nach dem Waffenstillstand nicht als Feigling oder gar Verräter dastehen.

In der Weimarer Republik (1919 bis 1933) wurde als Beweis für die Dolchstoßlegende die Befehlsverweigerung deutscher Soldaten angeführt. Es wurde behauptet, dass die Soldaten von linken Kräften und Jüdinnen und Juden dazu angestiftet worden wären, die Befehle zu verweigern, und so führte auch von Hindenburg diese Lüge als Erklärung für die Niederlage an.

Die Dolchstoßlegende – Folgen und Zusammenfassung

Die Dolchstoßlegende ist vor allem wegen ihrer Folgen so bedeutsam, denn die Lüge spielte den radikalen Kräften in der Weimarer Republik in die Hände. Die Unterstützenden des rechten politischen Lagers nutzten sie und behaupteten, dass die SPD und ihre Anhängerinnen und Anhänger einen Umsturz, eine Revolution, in Deutschland herbeiführen wollten. Es wurde behauptet, dass diese politisch eher links stehenden Menschen oder Menschen jüdischen Glaubens dem Heer ihre Unterstützung versagt hätten. Diese Propaganda führte zu einer weiteren Spaltung der Gesellschaft. Die Trennlinien der Gesellschaft in der Weimarer Republik wurden immer mehr zu tiefen Gräben, auch wegen Behauptungen und Lügen wie der Dolchstoßlegende. Diese Zersplitterung der Gesellschaft endete wenige Jahre später im Nationalsozialismus. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Hass auf alles, was die Nazis als anders empfanden, noch ausgeprägter und er wurde offen ausgelebt. Die Dolchstoßlegende kann daher auch als Wegbereiter für den Nationalsozialismus und den Hass auf Jüdinnen und Juden gesehen werden.

Wichtige Daten zur Dolchstoßlegende im Überblick

Datum Ereignis
April 1917 Kriegseintritt der USA
November 1918 Unterzeichnung des Waffenstillstands zwischen dem Deutschen Reich und den Siegermächten Frankreich und Großbritannien
Juni 1919 Versailler Vertrag
November 1919 Von Hindenburg bekräftigt im Untersuchungsausschuss die Lüge vom Dolchstoß.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Dolchstoßlegende

Die Dolchstoßlegende ist eine Lüge, die nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland verbreitet wurde.

Die Dolchstoßlegende behauptet, dass das deutsche Heer im Krieg nicht besiegt worden wäre und stattdessen andere Personen für die Niederlage verantwortlich seien.

Die Dolchstoßlegende war eine Propagandalüge in der Weimarer Republik.

Die Dolchstoßlegende bezeichnet die Lüge, dass das deutsche Heer hinterrücks von politischen Gegnern niedergestochen wurde und nicht verantwortlich für den verlorenen Ersten Weltkrieg sei.

Die Dolchstoßlegende kam sehr schnell zum Ende des Ersten Weltkriegs 1918 in Deutschland auf.

Die Dolchstoßlegende ist eine Lüge, weil das deutsche Heer mit dem Kriegseintritt der USA 1917 keine ausreichende Kampfkraft mehr hatte, um die militärischen Gegner zu besiegen. Das Heer und die militärische sowie die politische Führung waren also an der Niederlage schuld und nicht die politischen Gegnerinnen und Gegner der politischen Führung.

Wer die Dolchstoßlegende erfand, kann nicht genau gesagt werden. Vermutlich deutsche, militärische und rechte Kreise, die die Niederlage im Ersten Weltkrieg nicht anerkennen wollten.

Die Dolchstoßlegende ist eine Lüge. Es gab keinen Dolchstoß. Diese Erzählung wurde Ende des Ersten Weltkriegs zu Propagandazwecken benutzt.

Die Dolchstoßlegende wurde zur Belastung der neuen Weimarer Republik, weil Politiker, die nun in Regierungsverantwortung waren, den Waffenstillstand und den Versailler Vertrag befürworteten. Diese Personen galten als Verräter.

Die Dolchstoßlegende ist frei erfunden. Das deutsche Heer war militärisch einfach nicht stark genug, um französische, britische und US-amerikanische Kampftruppen zeitgleich zu bekämpfen.

Der Kern der Dolchstoßlegende war die feige Lüge, dass nicht das Militär und die Politik Fehler gemacht hätten, sondern dass die eigene Bevölkerung das Heer nicht genug unterstützt hätte.

Die Dolchstoßlegende ist eine Lüge, aufgestellt von den politischen rechten Kreisen und der militärischen Führung, um die eigene Meinung zu propagandieren und die eigenen Fehler zu verschleiern.

Es gab kein Novemberverbrechen, auch das ist eine Lüge. Die politisch rechten Kreise und die unterlegene Militärführung nutzten diese Bezeichnung, um die Menschen zu verleumden, die sich für einen Waffenstillstand im November 1918 ausgesprochen hatten.

Die Dolchstoßlegende wurde erfunden, weil die militärische Leitung Deutschlands im Ersten Weltkrieg zu feige war, die eigenen Fehler einzugestehen.

Die Dolchstoßlegende führte zu einer extremen politischen Situation in der Weimarer Republik, da sie die Gesellschaft spaltete.

Die Dolchstoßlegende spaltete die Gesellschaft und führte, neben vielen anderen Gründen auch, zur Erstarkung des Nationalsozialismus in Deutschland.

Die Lüge entstand aus Feigheit der militärischen Verantwortlichen und wurde zur Legende, weil die Menschen in Deutschland sie glauben wollten.

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