Paul von Hindenburg im Überblick

  • Paul von Hindenburg (1847–1934) war ein deutscher General zur Zeit des Ersten Weltkriegs und ein Politiker der Weimarer Republik.
  • Er ist am 2. Oktober 1847 in Posen geboren und am 2. August 1934 auf Gut Neudeck in Ostpreußen gestorben.
  • Während des Ersten Weltkriegs war er Chef der Obersten Heeresleitung.
  • Im Jahr 1925 wurde er zum Reichspräsidenten gewählt und blieb bis zu seinem Tod in diesem Amt.
  • Am 30. Januar 1933 ernannte Paul von Hindenburg nach mehrmaliger Ablehnung Adolf Hitler zum Reichskanzler und ebnete damit den Weg zum Dritten Reich.
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Quelle sofatutor.com

Paul von Hindenburg – eine Kurzbiografie

Paul von Hindenburg ist für die deutsche Geschichte eine bedeutende Persönlichkeit. Seine Verdienste im Ersten Weltkrieg machten ihn für das deutsche Kaiserreich und für die darauffolgende Weimarer Republik zu einer Art Berühmtheit. Er war ein ehemaliger General und Reichspräsident.

In diesem Text erhältst du eine Erklärung zum Leben und Wirken von Paul von Hindenburg, die du beispielsweise für ein Referat nutzen kannst.

Paul von Hindenburg – Stammbaum

Paul von Hindenburg wurde am 2. Oktober 1847 in Posen, Ostpreußen, geboren. Aus dem Geschlecht der ostpreußischen Adelsfamilie von Beneckendorff und Hindenburg stammend war er der älteste Sohn von Robert von Beneckendorff und Hindenburg und seiner Gemahlin Luise Schwickart. Er hatte einen jüngeren Bruder namens Bernard. 

Im Jahr 1879 heiratete Paul von Hindenburg die Adelige Gertrud von Sperling. Sie hatten drei Nachkommen: Irmengard Pauline Louise Gertrud (geb. 1880), Oskar (geb. 1883) und Annemarie Barbara Ilse Ursula Margarete Eleonore (geb. 1891).

Paul von Hindenburg Dienst für das deutsche Kaiserreich

Eine militärische Laufbahn war von Hindenburg bereits in die Wiege gelegt worden, denn sein Vater war Offizier. Bereits mit 12 Jahren kam der junge Paul in eine Kadettenanstalt in Schlesien. Im Jahr 1866 im Alter von 19 Jahren wurde er Leutnant im 3. Garderegiment zu Fuß. Als Veteran der Schlacht bei Königgrätz (1866) und des Deutsch-Französischen Kriegs (1870/71) besuchte von Hindenburg von 1873 bis 1786 die Kriegsakademie in Berlin, die er mit der Qualifikation für den Generalstab absolvierte. Er wurde in den Großen Generalstab versetzt und zum Hauptmann befördert. 

In den folgenden Jahren wurde von Hindenburg mehrfach versetzt und befördert, sodass er 1905 in den Dienstgrad des Generals der Infanterie erhoben wurde. Sechs Jahre später ging Paul von Hindenburg im Alter von 64 Jahren in den Ruhestand.

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Juli 1914 kehrte er aber in den militärischen Dienst zurück. Im August dieses Jahres wurde von Hindenburg Oberbefehlshaber der 8. Armee und in den Dienstgrad eines Generalobersts befördert. Bereits drei Monate später erfolgte eine erneute Beförderung, diesmal zum Generalfeldmarschall. 1916 übernahm er die Rolle des Chefs des Generalstabs des Feldheers. Diese Rolle sollte er bis zum Ende seiner Karriere innehaben. Nach der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg trat er als Chef des Generalstabs des Heers zurück. 

Von Hindenburg wurden mehrere Orden verliehen, die wertvollsten von ihnen waren: Pour le mérite mit Eichenlaub und die Sonderstufe zum Großkreuz des Eisernen Kreuzes.

Paul von Hindenburg – der Politiker

Bei der Reichspräsidentenwahl der Weimarer Republik 1925 ging Paul von Hindenburg als Sieger hervor. Seiner politischen Einstellung nach war Paul von Hindenburg in erster Linie ein konservativer Monarchist. Er war aber parteilos. Auch wenn er als Monarchist einer Demokratie per Doktrin eigentlich gegenüberstehen sollte, handelte von Hindenburg verfassungskonform, also entsprechend der Verfassung der Weimarer Republik. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler führen dieses Verhalten auf den Eid zurück, den er bei seinem Amtsantritt abgegeben hatte. 

Im gehobenen Alter von 85 Jahren trat Paul von Hindenburg im Jahr 1932 erneut zur Wahl des Reichspräsidenten an. In dieser Zeit ist eine Partei von besonderer Bedeutung groß geworden. Die Nationalsozialistische Partei Deutschlands, kurz NSDAP, stellte einen eigenen Kandidaten zur Wahl auf: Adolf Hitler. Um die Wahl Hitlers zum Reichspräsidenten zu verhindern, sprachen alle demokratischen Parteien der Weimarer Republik ihre Unterstützung dem Monarchisten Paul von Hindenburg zu. Die Wahl war knapp, erst im zweiten Wahlgang erhielt von Hindenburg die nötige Mehrheit.

Paul von Hindenburg – die letzten Jahre vor seinem Tod

Am 30. Januar 1933 ernannte Paul von Hindenburg seinen ehemaligen Gegner in der Reichspräsidentenwahl, Adolf Hitler, zum Reichskanzler. Von Hindenburg soll Hitler spöttisch als „böhmischen Gefreiten“ bezeichnet haben. Dennoch war von Hindenburg der Meinung, dass Hitler politisch in der Lage sei, die rechten Gruppierungen zu vereinen. Damit war der Weg zur nationalsozialistischen Diktatur geebnet. Bereits kurz nach seiner Ernennung löste Hitler den Reichstag auf. Die dafür benötigte Verordnung wurde auch von Paul von Hindenburg unterschrieben. In den Folgemonaten wurde die Transformation der Demokratie fortgeführt. 

Von Hindenburg war ab 1934 an seinem Lebensabend angekommen. Im Juli nahm sein Gesundheitszustand weiter ab, der Tod war abzusehen. Das nutzte Hitler, um das Gesetz über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches zu formulieren. Dieses Gesetz wurde nach von Hindenburgs Tod in einer Volksabstimmung zu knapp 90 % befürwortet. Damit wurde das Amt des Reichspräsidenten mit dem des Reichskanzlers in Adolf Hitler vereint.

Paul von Hindenburg – Tod, Todesursache und Begräbnis

Von Hindenburg starb am 2. August 1934 eines natürlichen Todes aus Altersschwäche. Hitler veranlasste, dass Paul von Hindenburgs Grab im Denkmal der Schlacht von Tannenberg sein sollte, wenngleich es zunächst geplant war, ihn auf Gut Neudeck zu bestatten.

Paul von Hindenburg – tabellarische Übersicht

Die folgende Übersicht enthält einen kurzen Steckbrief zu Paul von Hindenburg.

Daten Fakten
Geburt 2. Oktober 1847 in Posen, Ostpreußen
Tod 2. August 1934 auf Gut Neudeck, Ostpreußen
Ehe Gertrud von Hindenburg, geborene von Sperling
Nachkommen – Irmengard Pauline Louise Gertrud (geb. 1880)
– Oskar (geb. 1883)
– Annemarie Barbara Ilse Ursula Margarete Eleonore (geb. 1891)
Rollen – Erster Weltkrieg: Chef der Obersten Heeresleitung
– Weimarer Republik: Reichspräsident ab 1925
Schlüsselereignisse – 1879: Heirat mit Gertrud von Sperling
– 1905: General der Infanterie
– 1911: Ruhestand
– 1914: Rückkehr in den Militärdienst
– 1916: Chef des Generalstabs
– 1919: Rücktritt aus dem Generalstab
– 1925: Wahl zum zweiten Reichspräsidenten der Weimarer Republik
– 1932: Wiederwahl
– 1933: Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler
– 1934: Tod

Häufig gestellte Fragen zum Thema Paul von Hindenburg

Paul von Hindenburg starb eines natürlichen Todes.

Paul von Hindenburg war ein ehemaliger General im Ersten Weltkrieg und Reichspräsident während der Weimarer Republik.

Er ist am Morgen des 2. August 1934 friedlich gestorben.

Er war im Ersten Weltkrieg Chef der Obersten Heeresleitung und während der Weimarer Republik Reichspräsident. 1933 ernannte er Adolf Hitler zum Reichskanzler.

Paul von Hindenburg war bei den Reichspräsidentenwahlen parteilos.

Paul von Hindenburg wurde Reichspräsident, weil er in der Wahl die Mehrheit erhielt.

Von Hindenburg nahm die Rolle des Reichspräsidenten ein und war zuvor General der kaiserlichen Armee.